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Altöl entsorgen: Wer es zurücknehmen muss

Kurz: Die Verkaufsstelle muss es zurücknehmen, kostenlos. Wer Motor- oder Getriebeöl verkauft, muss nach der Altölverordnung eine Annahmestelle für gebrauchtes Öl bereithalten — bis zu der Menge, die Du dort gekauft hast. Der Kassenbon ist der Nachweis. Der Wertstoffhof ist die zweite Adresse, aber nicht jeder hat eine Schadstoffannahme.

Das Recht, das kaum jemand kennt

Die Altölverordnung verpflichtet jeden, der Verbrennungsmotoren- oder Getriebeöl an Endverbraucher abgibt, eine Annahmestelle einzurichten oder eine in zumutbarer Entfernung zu benennen. Das gilt für den Baumarkt, die Tankstelle und den Onlinehändler gleichermaßen — und es gilt gebührenfrei. Beim Kauf muss auf diese Möglichkeit hingewiesen werden; in der Praxis steht der Hinweis klein am Regal oder in der Bestellbestätigung.

Der Haken ist die Menge: Zurückgenommen werden muss, was der Menge des dort gekauften Öls entspricht. Wer vier Liter gekauft hat, wird vier Liter los. Deshalb der praktische Rat: Bon aufheben und das Altöl im leeren Gebinde des neuen Öls zurückbringen. Dasselbe gilt für den gebrauchten Ölfilter und die ölverschmierten Lappen — auch sie müssen an der Verkaufsstelle angenommen werden, wenn dort Öl verkauft wird.

Warum das so streng geregelt ist

Altöl ist gefährlicher Abfall. Es enthält Verbrennungsrückstände, Metallabrieb und Additive; ein einziger Liter kann eine erhebliche Menge Grundwasser unbrauchbar machen. Im Abwasser legt es die biologische Stufe der Kläranlage lahm. Gleichzeitig ist es wertvoll: Aufbereitetes Altöl lässt sich zu neuem Grundöl raffinieren, und das spart gegenüber der Neuproduktion erheblich Energie. Damit das funktioniert, muss es sortenrein bleiben — deshalb die Regel, keine Öle zu mischen und nie Bremsflüssigkeit, Kühlerfrostschutz oder Lösemittel dazuzugeben. Eine verunreinigte Charge wird verbrannt statt aufbereitet.

Der Wertstoffhof als zweiter Weg

Viele Höfe nehmen Altöl über ihre Schadstoffannahme an, oft zusammen mit Farben, Lacken, Lösemitteln, Pflanzenschutzmitteln und Leuchtstoffröhren. Verlass Dich aber nicht darauf: Nicht jeder Hof hat eine Schadstoffannahme, und wo es sie gibt, hat sie oft kürzere Zeiten als der Hof selbst oder findet nur an bestimmten Tagen statt. Manche Kreise schicken stattdessen ein Schadstoffmobil durch die Orte — wie beides funktioniert, steht in Sondermüll entsorgen, und was für Farbreste gilt, in Farbe entsorgen.

An jedem Eintrag hier steht, ob Schadstoffe oder Altöl hinterlegt sind. Wo in Deinem Ort kein Hof sie annimmt, nennt die Ortsseite die nächsten in der Umgebung — mit Entfernung und Himmelsrichtung.

Speiseöl ist etwas anderes

Frittierfett und altes Speiseöl haben mit Motorenöl nichts zu tun und gehören nicht zur Altölannahme. Kleine Mengen kommen in den Restmüll, am besten in Küchenpapier aufgesaugt oder im verschlossenen Gefäß. Manche Kommunen sammeln Speisefette getrennt, weil sich daraus Biodiesel herstellen lässt — ob Deine dazugehört, steht beim Entsorgungsbetrieb. In den Ausguss gehört beides nicht: Erkaltetes Fett verstopft die Leitung, und in der Kanalisation ernährt es, was dort niemand haben will.

So bringst Du es hin

Dicht verschließen, beschriften, aufrecht stellen und im Kofferraum gegen Umkippen sichern. Nicht in Getränkeflaschen umfüllen — das ist im Haushalt eine Gefahr und wird an vielen Annahmen abgelehnt. Wer mehrere Gebinde hat, stellt sie in eine Wanne; ein ausgelaufener Kanister kostet mehr Nerven als die ganze Fahrt.

Häufige Fragen

Wo kann ich Altöl kostenlos abgeben?
Dort, wo Du das Öl gekauft hast. Die Altölverordnung verpflichtet jede Verkaufsstelle für Verbrennungsmotoren- und Getriebeöl, eine Annahmestelle für gebrauchtes Öl einzurichten oder zu benennen — kostenlos und bis zu der Menge, die Du dort gekauft hast. Heb den Kassenbon auf, er ist der Nachweis.
Nimmt der Wertstoffhof Altöl an?
Viele ja, über die Schadstoffannahme. Verlass Dich aber nicht darauf: Nicht jeder Hof hat eine, und manche nehmen nur haushaltsübliche Mengen. An jedem Eintrag in diesem Verzeichnis steht, ob Schadstoffe oder Altöl hinterlegt sind.
Darf ich Altöl in den Restmüll oder in den Ausguss?
Nein, in keinem Fall. Ein Liter Altöl kann große Mengen Grundwasser verunreinigen, und im Abwasser stört er die Kläranlage. Altöl ist gefährlicher Abfall — das gilt auch für den ölverschmierten Lappen und den leeren Ölfilter, die zur selben Annahme gehören.
Was ist mit Frittierfett und Speiseöl?
Das ist etwas völlig anderes und gehört nicht zur Altölannahme. Kleine Mengen in den Restmüll, am besten aufgesaugt in Küchenpapier; größere Mengen manche Höfe in eigenen Behältern. In den Ausguss gehört es nicht — erkaltetes Fett verstopft die Leitung und zieht Ratten an.
Muss ich Altöl in einem bestimmten Behälter bringen?
Dicht verschlossen und beschriftet, am besten im leeren Gebinde des neuen Öls. Nicht in Getränkeflaschen umfüllen — das ist im Haushalt gefährlich und wird an vielen Annahmen abgelehnt. Verschiedene Öle nicht mischen, und niemals Bremsflüssigkeit, Kühlerfrostschutz oder Lösemittel dazugeben.

Dieser Text gibt die bundesweite Rechtslage in Grundzügen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Was Dein Hof annimmt, legt sein Betreiber fest; er ist an jedem Eintrag genannt.

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